Dieser Spruch ist ein sehr beliebtes Motto im Haus Hannah, einem Hospiz hier in Emsdetten, in dem sich Menschen mit unheilbaren Krankheiten auf das Sterben vorbereiten und in dem sie lernen sich mit den aufkommenden Gefühlen zu befassen und sie zu akzeptieren. Da wir, der Evangelische Religionskurs der 9 Klasse, uns momentan mit dem Thema „Sterben und Trauer“ beschäftigen, durften wir das Haus Hannah besuchen, um mehr darüber zu erfahren.
Unsere Stimmung war anfangs etwas nervös und angespannt, da sich der Gedanke komisch angefühlt hat, an einen Ort zu gehen, wo Menschen auf das Sterben zugehen. In Haus Hannah angekommen sind wir von einer sehr netten Mitarbeiterin in einen Raum gebracht worden, wo schon ein Tisch mit vielen Dingen stand, wie z.B. selbstgemachte Sachen von früheren Patienten oder einfach Sachen, die etwas mit dem Hospiz zu tun haben. Dort haben wir in Ruhe Fragen stellen und über die Dinge auf dem Tisch reden können. Wir haben viel Neues über das Hospiz gelernt, was wir noch gar nicht wussten, wie z.B. dass es auch Trauergruppen für Leute, die jemanden verloren haben, gibt, damit sie lernen, damit klar zu kommen. Es gibt dort insgesamt 10 Räume, in die Patienten für eine kurze Zeit einziehen können, oft auch mit Angehörigen. Eine allgemeine Sache, die man wissen sollte, ist, dass die Mitarbeiter in der Ausbildung viel über die palliative Pflege lernen, also Pflege, die ummantelt, behütet und Schutz gibt. Hier steht also nicht mehr die medizinische Heilung im Vordergrund, sondern das Wohlbefinden des Menschen. Nach der Fragerunde sind wir durch das Haus Hannah geführt worden, wo wir weitere Mitarbeiter getroffen haben, die uns mehr über ihre Aufgabenbereiche erklärt haben. Dort ist uns erst einmal die Tafel aufgefallen, auf der, ähnlich wie in unserem Stundenplan, die Tagesabläufe und Events stehen, wie beispielsweise ein Musiker, der jede Woche kommt, oder die Kunstkurse, die die Patienten besuchen können. Anschließend sind wir in das Esszimmer gegangen, in dem nur wenige Patienten am Essen waren, denn viele haben nicht einmal mehr die Kraft, außerhalb ihres Zimmers zu essen oder im Allgemeinen viel raus zu gehen. Weiter unten im Flur gab es auch eine kleine Kinderecke für die Kinder oder jüngeren Verwandten der Menschen dort. Sie befindet sich offen in einer Ecke vom Flur, was die Offenheit von Haus Hannah zeigen und klarmachen soll, dass jeder dort willkommen ist. Über die Terrasse, die einen ruhigen Aufenthaltsraum bietet, sind wir dann in einen anderen Teil des Gebäudes gekommen. An der Wand war ein Baum aus Papier gebastelt, der uns direkt aufgefallen ist. Dort hingen viele Blätter aus Papier, die von den Familien der verstorbenen Patienten aufgehängt worden sind, um an sie zu erinnern. Auf den einen Blättern stehen nur die Namen der Patienten, wohingegen auf anderen ganze Texte stehen, was zeigt, das jede Familie anders mit dem Tod einer Person und der damit verbundenen Trauer umgeht. Es war traurig und zugleich schön diese Dinge zu lesen, denn man hat sowohl die Trauer der Familien als auch die schönen Gedanken an den Menschen mitbekommen. Weiter unten auf dem Flur war ein großer Raum, der dort „Raum der Stille“ genannt wird, wo meist die Veranstaltungen, Workshops, Angebote oder Gottesdienste stattfinden.
Nach diesen ganzen Eindrücken haben wir uns schließlich zurück in den Raum vom Anfang begeben, wo nochmal viele anschließende Fragen geklärt worden sind und wir unsere Eindrücke haben reflektieren können. Wusstet ihr eigentlich das der Name von Haus Hannah von Hanna, einer biblischen Figur, kommt, die im Alten Testament als betende Frau im Tempel erscheint und im Baby Jesus schon den Retter erkennt. Das nehmen sich die Mitarbeiter dort auch vor – in jedem Gott zu sehen, der es verdient, das man sich um ihn kümmert. Dass Hannah am Ende auch mit h geschrieben wird, soll eine Anregung sein, sich mit dem Anfang und Ende des Lebens auseinander zu setzen, denn Hannah heißt rückwärts auch Hannah.
