Ein Meilenstein für die gemeinnützige Schülerfirma martium.media gUG am Gymnasium Martinum: Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM NRW) hat das Bildungsprojekt „Yellow Youth Press“ positiv bewertet und die Anfang Februar eingesandte umfangreiche Bewerbung positiv beschieden. Die Föderung ermöglicht es das innovative Medienprojekt durch Schülerinnen und Schüler videopraphisch begleiten zu lassen. Die technische Leitung übernehmen Emma Wiening und Vanessa Groethues, die 2019 ihr Abitur am Martinum abgelegt haben und sich derzeit im zweiten Lehrjahr der Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton befinden. In einer Serie werden die Fortschritte des Busumbaus dokumentiert. So lernen die Beteiligten nicht nur den Umgang mit moderner Technik, sondern setzen sich auch aktiv mit Medienproduktion auseinander. Die Serie wird anschließend auf youtube und dem TV-Lernsender NRWision veröffentlicht.
m.m-Mitarbeiterin Anjana (7a) im WDR-Interview während des Frühjahrsmarktes in Emsdetten
Ein Schulbus als kreativer Lernraum
Was im Herbst des letzten Jahres als ambitionierte Idee begann, wird nun Realität: Ein ausrangierter US-Schulbus, Baujahr 1989 und früher im US-Bundesstaat Georgia im Dienst, wird in den kommenden Monaten zu einem mobilen, digitalen Making-Place umgebaut (die EV berichtete). In diesem multifunktionalen Medienbus können Schüler*innen unterschiedlichster Schulen gemeinsam kreative Medienprojekte verwirklichen – von der Filmproduktion über Podcasts bis hin zu journalistischen Arbeiten.
Vielfalt und Partizipation im Mittelpunkt
Die Förderung durch die LfM NRW erfolgt im Rahmen des Programms „Mediale Partizipation im lokalen Raum 2025“. Die Schülerfirma martinum.media gUG überzeugte insbesondere durch die integrative Ausrichtung ihres Projekts: Schüler*innen aus Grund-, Haupt-, Real- und Gymnasialschulen arbeiten hier Hand in Hand. Sie vernetzen sich über ihre Schultypen hinweg und gestalten gemeinsam die lokale Medienlandschaft. Dies entspricht dem Förderziel der LfM NRW, wonach Meinungsfreiheit und Medienvielfalt durch Partizipation gestärkt werden sollen.
Lernen außerhalb des Klassenzimmers
Die Idee für „Yellow Youth Press“ wurzelt in der Überzeugung, dass Lernen Spaß machen kann und nicht zwangsläufig an ein klassisches Schulsetting gebunden ist – ein Ansatz, den auch der Skateboard-Pionier und Bildungsexperte Titus Dittmann in seinem Buch „Lernen muss nicht scheiße sein“ propagiert. Die Schülerfirma martinum.media gUG setzt diesen Gedanken konsequent um: Durch eigenständige Projektarbeit sammeln Schüler*innen wertvolle Erfahrungen in Medienproduktion, Unternehmensführung und Teamarbeit. Das Besondere: Sie übernehmen nicht nur kreative Aufgaben, sondern auch organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung – vom Schreiben von Rechnungen bis zur Steuererklärung.
Medienbox NRW als technischer Partner
Ein essenzieller Bestandteil des Projekts ist die Medienbox NRW, die das notwendige technische Equipment sowie pädagogische Materialien bereitstellt. Mit dieser Unterstützung können Schüler*innen ihre digitalen und kreativen Fähigkeiten gezielt weiterentwickeln. Neben der reinen Medienproduktion geht es dabei auch um sogenannte „21st Century Skills“ – also kritisches Denken, Kommunikation, Kollaboration und Kreativität –, die in herkömmlichen Prüfungen oft zu kurz kommen, aber für die Zukunftsgestaltung unerlässlich sind.
Übernehmen die Leitung der Videoproduktion: Emma Wiening und Vanessa Grothues (Abi 2019)
Bildung, die bewegt
Das mobile Medienlabor eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die schulische und außerschulische Bildung. Politik, Biologie, Geschichte, Physik oder Sport – all diese Fächer können durch multimediale Dokumentation an den jeweiligen Lernorten erlebbar gemacht werden. Anstatt nur im Klassenraum zu sitzen, werden Schüler*innen dazu animiert, sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen und Wissen kreativ zu verarbeiten.
Mit der zugesagten Förderung der Landesanstalt für Medien NRW steht dem ambitionierten Vorhaben nun nichts mehr im Wege. Die ersten Umbauarbeiten am Bus haben auf dem Frühjahrsmarkt bereits begonnen. Ein Team des WDR filmte den Ausbau der Sitze.
Über das Projekt „Heimatpower“ können Sie den Umbau des Busses fördern. Die Online-Spendenplattform der Kreissparkasse Steinfurt ermöglicht es gemeinnützigen Vereinen wie martinum.media finanzielle Unterstützung für ihre Projekte zu erhalten. Gefördert werden Projekte, die zur Stärkung der Gemeinschaft und zur Verbesserung der Lebensqualität im Kreis Steinfurt beitragen. Ein besonderes Merkmal von Heimatpower sind Aktionen wie Verdopplungsinitiativen, bei denen die Kreissparkasse Steinfurt Spenden bis zu einem bestimmten Betrag ergänzt.
Spendenlink: https://www.heimatpower.de/project/yellow-media-ein-klassenzimmer-auf-raedern/