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Ein gelber Bus als Innovationsmotor fürs Münsterland

martinum.media gUG bringt Lernen auf die Straße

Ein ausrangierter US-Schulbus, knallgelb und Baujahr 1989, soll im Münsterland zu einem sichtbaren Symbol für Innovation, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit werden. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, ist der Kern eines ambitionierten Projekts, das die gemeinnützige Schülerfirma martinum.media gUG gemeinsam mit starken Partnern aus Hochschule, Wirtschaft und Kommune auf den Weg bringt.

Unter dem Titel „MINTernational Makers – A Yellow Mobile Innovation Lab“ bewirbt sich die Schülerfirma des Gymnasium Martinum derzeit bei der Ausschreibung „Leuchttürme MINTernational“ des Stifterverbandes. Ziel ist es, das Münsterland als Modellregion zu etablieren, in der internationale Studierende aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) frühzeitig und praxisnah in regionale Innovationsprozesse eingebunden werden.

Ausgangspunkt ist der US-amerikanische Schulbus, den martinum.media Ende 2024 mit Hilfe des Fördervereins des Martinums erworben hat. Er wurde 1989 gebaut und war bis 2021 als Schulbus im US-Bundesstaat Georgia im Einsatz. Im vergangenen Jahr hatte der gelbe Riese verschiedene Einsätze. Auf der martinum.media-Webseite unter “Bus Stops“ ist dokumentiert, wo der Bus Station gemacht hat – unter anderem beim Frühjahrsmarkt in Emsdetten, an der Josefsschule, beim Double Ultra Triathlon, an der Käthe-Kollwitz-Realschule, bei Veranstaltungen des Gymnasiums Martinum sowie beim Trucker-Konvoi in Rheine und dem Emsdettener September. Die vielfältigen Einsätze zeigen bereits jetzt, wie der Bus als mobiler Lern- und Begegnungsort angenommen wird und Themen von Schülerinnen und Schülern in der Region sichtbar macht. Im September 2025 startete die FH Münster des Campus Steinfurt ein zweitägiges Seminar am Martinum, in dessen Rahmen der Bus gemeinsam mit Studierenden vermessen und technisch analysiert wurde. Unter Anleitung von Prof. Dr. Brockmann, Holger Czajka und Bernhard Vogelsang erhielten die Jugendlichen erste Einblicke in moderne Mess- und CAD-Technologien. Der Instagram-Charakter „Marti“ macht die Entwicklungen am Bus auf Instagram für eine breite Öffentlichkeit sichtbar.

Durch die Entnahme der Sitze, die den Lernraum im inneren des Busses möglich machen, wird der Bus aber nun das H-Kennzeichen als Oltimer verlieren. Er könnte dann Städte wie Münster nicht mehr anfahren, aufgrund der fehlenden, grünen Umweltplakette. In Absprache mit der Schulleitung des Gymnasiums und des Fördervereins suchte die Schülerfirma kompetente Beratungspartner und fand diese im Team von Prof. Dr. Brockmann und Max Heermann-Többenotke, der sich mit der Elektrifizierung klassischer Fahrzeuge beschäftigt. In seiner Firma Emsvolt GmbH im Emsland rüstet er Oldtimer und bestehende Fahrzeuge auf moderne Elektroantriebe um. Dabei verbindet er ingenieurwissenschaftliches Know-how mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit: Statt neue Fahrzeuge zu produzieren, werden bestehende Ressourcen weitergenutzt und technisch zukunftsfähig gemacht.

Seine Umbauten zeigen, dass Elektromobilität nicht nur eine Frage von Neufahrzeugen ist, sondern auch im Bestand funktionieren kann – leise, emissionsfrei und alltagstauglich. Für martinum.media ist Heermann-Többenotke damit ein wichtiger Impulsgeber: Seine Arbeit macht greifbar, wie praxisnahe Ingenieursprojekte, Unternehmergeist und Klimaschutz zusammenwirken können – diesen Ansatz möchten die Schülerinnen und Schüler gerne verfolgen.

Der Bus soll künftig dort Halt machen, wo MINT-Bildung sichtbar werden soll: auf Schulhöfen, an Hochschulstandorten, bei Ausbildungs- und Berufsmessen oder in Unternehmen. Betrieben und organisiert wird er langfristig von der Schülerfirma martinum.media gUG, die seit 2017 am Gymnasium Martinum in Emsdetten besteht und Jugendlichen reale unternehmerische Verantwortung ermöglicht.

Wie konkret das Projekt bereits jetzt wird, zeigte sich gestern bei einem Besuch im Emsland: Der gelbe Bus besuchte die Firma Emsvolt GmbH in Spahnharrenstätte. Vor Ort informierte sich das Projektteam über den professionellen Elektroumbau von Fahrzeugen und sammelte Impulse für die eigene technische Planung. Zu Gast war ebenso die lokale Feuerwehr sowie ein Expeditionsmobil.

Begleitet wurde der Besuch von einem Kamerateam des Norddeutscher Rundfunk. Der Fernsehbeitrag über das Projekt und den Erfahrungsaustausch mit Emsvolt soll am Donnerstag, den 08. Januar 2026 in der Sendung Hallo Niedersachsen ausgestrahlt werden. Für martinum.media gUG ist das nicht nur eine besondere Anerkennung, sondern auch eine Chance, das Thema nachhaltige Mobilität und internationales MINT-Lernen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

„Marti“ macht die Entwicklungen am Bus auf Instagram für eine breite Öffentlichkeit sichtbar.

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Emsdetten, die Genehmigungsprozesse begleitet und das Vorhaben in ihre Bildungs-, Jugend- und Integrationsarbeit einbindet. Auch das Amt für Zuwanderung des Kreises Steinfurt sowie regionale Unternehmen wie die Josef Weischer GmbH bringen ihre Expertise als Projektpartner ein.

Für martinum.media gUG ist diese Zusammenarbeit ein entscheidender Faktor: „Der Bus ist mehr als ein technisches Projekt“, sagt das Schülerteam. „Er verbindet Schule, Hochschule, Wirtschaft und Kommune – und macht Innovation für alle sichtbar.“

Langfristig soll das „Yellow Mobile Innovation Lab“ fest in die Lehre der FH Münster, in kommunale Bildungsprogramme und in regionale Netzwerke integriert werden. Geplant ist eine Laufzeit von 2026 bis 2028 – mit dem Ziel, den Bus danach dauerhaft im Münsterland einzusetzen.

Aus Sicht der martinum.media gUG zeigt das Projekt, was möglich ist, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen dürfen und internationale Zusammenarbeit praktisch gelebt wird. Der gelbe Bus soll genau das auf die Straße bringen: nachhaltige Technik, gemeinsames Lernen und eine offene Willkommenskultur für internationale MINT-Talente – sichtbar, mobil und zukunftsorientiert.

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