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Martinumsschüler bringen ein Stück Deutschland nach England

Dank der finanziellen Unterstützung von UK-German Connection konnte das Gymnasium Martinum in diesem Jahr erstmalig einen Englandaustausch für die Oberstufe anbieten. „Dieses freut uns ganz besonders, da es die Jahrgangsstufe trifft, die bisher keine Chance hatte, derartige Erfahrungen zu sammeln, da sowohl der Frankreichaustausch in Klasse 8 als auch der Englandaustausch in Klasse 9/10 wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnten,“ erklärt Denise Instinsky als Initiatorin des Projekts ihre Motivation für die Organisation dieses projektbasierten Austauschs.

Schon vor der Anreise am 2. Februar waren die Jugendlichen in einen regen Austausch miteinander getreten und hatten in einer gemeinsamem Videokonferenz aller Teilnehmer*innen vorab Ideen und Anregungen für die Projektarbeit gesammelt. „Ich habe das Gefühl, dass ich irgendwie schon in England zu Besuch war: Ich habe lange mit Wilf in einer Videokonferenz gesprochen, ebenso mit seinen Eltern und ich bin auch schon mit GoogleStreetview durch den Ort gelaufen, in dem sie wohnen,“ fasste Justus Winter schon am Wochenende nach der ersten Kontaktaufnahme seine Eindrücke zusammen. Nicht anders erging es den anderen Teilnehmer*innen, nach teilweise stundenlangen Telefonaten wuchs die Vorfreude auf das Kennenlernen – aber natürlich auch die Aufregung, die Luisa Wedi kurz und prägnant zusammenfasste: „Auf einer Skala von 0 bis 10: 12!“ Als dann die Austauschpartner*innen in Person vor ihnen standen, legte sich die erste Anspannung.

Am Wochenende hatten die Teilnehmer*innen dann bei einer Fotochallenge die Gelegenheit, sich von ihren Austauschpartner*innen die Stadt Bury St Edmunds genauer zeigen zu lassen. Darüber hinaus gab es viel freie Zeit, die von den Gastfamilien verplant wurde und die den Martinumsschüler*innen die unterschiedlichsten Erfahrungen ermöglichte, sei es bei einem Ausflug nach Norwich, nach London oder einer Geburtstagsfeier mit Freunden.

 
   

Am Montag konnte die deutschen Teilnehmer*innen dann das Schulleben am Abbeygate Sixth Form College kennenlernen. Bei einer Schulführung durch die englischen Schüler*innen Wilf Menuge und Lana Norton-Berry konnten sie verschiedenen Räumlichkeiten der Schule besichtigen. Marion Quellenberg-Brune, die nicht nur Englisch sondern auch Sport am Martinum unterrichtet, zeigte sich besonders begeistert von dem Tanzstudio und nutzte direkt die Gelegenheit, eine kleine Tanzstunde mit den Schüler*innen zu initiieren. Bei einer gemeinsamen Deutschstunde zum Thema „Jugend und Politik in Deutschland“ sowie der Hospitation in verschiedenen anderen Unterrichtsfächern konnten die deutschen Jugendlichen dann einen Eindruck vom Unterricht an der Partnerschule gewinnen.

Dienstag und Mittwoch stand dann die Projektarbeit im Vordergrund. Am Dienstag organisierten die Martinumsschüler*innen einen wahren „Circus of Culture“ im Ausstellungsbereich der Schule, der von sehr vielen Abbeygate-Schüler*innen in ihren Pausen und Freistunden frequentiert wurde. Wenig überraschend – luden doch viele Aktionen zum Mitmachen ein. So hatten Gesa Marwede und ihr Austauschpartner Isaac Cowling den Vorabend damit verbracht, zwei Kilogramm Münsterländer Schwarzbrot zu kleinen Snacks zu verarbeiten, die dann probiert werden konnten. Am Nachbartisch konnte Brause probiert werden – eine der wenigen Süßigkeiten, die auch in Zeiten der Globalisierung noch nicht den Sprung nach England geschafft haben. Und natürlich durften auch andere typisch deutsche Süßigkeiten nicht fehlen. Darüber hinaus gab es noch weitere Mitmachaktionen, so hatten die deutschen Jugendlichen zum Beispiel eine Ausstellung zu deutschen Zungenbrechern und deutscher Musik vorbereitet, die von den englischen Schüler*innen nachgesprochen bzw. angehört werden konnten. Manch ein deutsches Lied regte dann sogar zu einem spontanen Tanz an, auch wenn sich manche englischen Schüler*innen von den deutschen Karnevalsliedern und Schlagern doch ein wenig irritiert zeigten.

Der wohl aufregendste Tag stand dann am Mittwoch bevor: Nun sollten auch die Kinder der Stanton Primary School die Möglichkeit bekommen, einen Einblick in die deutsche Sprache und Kultur zu erhalten. „Ich bin sehr gespannt, ob ich die Kinder überhaupt verstehe, wenn sie Englisch sprechen“ – das war die größte Sorge, die bei vielen Jugendlichen bestand. Als sie dann aber in Kleingruppen erst einmal vor den 4 bis 11-jährigen Kindern standen, zeigte sich, dass sie sich unnötig Gedanken gemacht hatten – und so manch eine*r von ihnen entdeckte vielleicht sogar seine Liebe für das Grundschullehramt. So brachten sie den älteren Kindern die ersten Sätze auf Deutsch bei, so dass sie am Ende kleine Dialoge führen konnten. Darüber hinaus erzählten sie von der deutschen Tradition des Karnevals – sehr passend am Mittwoch vor Weiberfastnacht. Aus diesem Grund wurden dann auch im weiteren Verlauf Masken gebastelt, die von den deutschen Jugendlichen schon vorbereitet worden waren, so dass sie nur noch ausgemalt werden konnten. Zudem erfuhren die Kinder dann den jeweils deutschen Begriff für das von ihnen dargestellte Wesen und konnten feststellen, dass sich manche Begriffe – wie Giraffe, Elefant, Tiger, Pirat etc. – gar nicht so sehr von ihren englischen Begriffen unterscheiden. Schwieriger wurde es da schon für die Kinder, die den Vogel, den Hund oder gar den Schmetterling gewählt hatten. „Es ist toll, wie sehr sich die Jugendlichen auf ihre Lehrerrolle eingelassen haben. Ich glaube, dass sie von diesem Besuch in der Grundschule und der Vermittlung ihrer eigenen Kultur noch viel mehr mitnehmen, als wenn wir zum Beispiel eine weitere englische Stadt besucht hätten,“ zeigte sich Denise Instinsky begeistert von dem Engagement der Schüler*innen. Den Abschluss des Tages bildete dann ein Maskenumzug über den Schulhof.

Am letzten Tag stand dann noch ein Tagesausflug in die Universitätsstadt Cambridge auf dem Programm und die Schüler*innen kamen erstmalig in den Genuss des klassischen englischen Wetters. Bei viel Regen ging es auf eine Stadtführung, die viele spannende Einblicke in das Studentenleben in der Stadt gab. Ein gemeinsamer Abschlussabend mit allen Gastfamilien bot dann den perfekten Abschluss einer tollen Woche in England und die Gelegenheit, die Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen.

Nachdem in der Woche in England viele britische Jugendlichen nun erfahren haben sollten, dass Deutschland mehr ist als nur Bier, Dirndl und Bretzel, steigt die Vorfreude auf den Gegenbesuch im April, bei dem die englischen Gäste unter der Leitung ihrer Lehrerin Jenny O’Reilly-Turner ihrerseits den älteren und jüngeren Martinumsschüler*innen zeigen wollen, dass England mehr ist als nur Tee und schlechtes Wetter.

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