Analyse der Schülerbefragung zur Kommunalwahl 2020

Wie schon berichtet hatte ein Sowi-Zusatzkurs der Q2 am Martinum Anfang September eine Befragung zur bevorstehenden Kommunalwahl durchgeführt, um sich das Wahlverhalten der Martinumschüler*innen anzuschauen. Der Kurs hat sich nun im Nachgang die Ergebnisse genauer analysiert und vielfältige Aspekte herausgearbeitet.

Hierbei spiegeln sich die Tendenzen der Kommunalwahl in der Schülerbefragung wider. Teilweise werden diese sogar signifikant übertroffen. An der Umfrage haben insgesamt 216 Schüler*innen teilgenommen, wobei 60% weiblich und 40% männlich waren.

Die Grünen gewinnen deutlich mit 148 Stimmen und erreichen damit unter den Befragten am Martinum eine Zweidrittelmehrheit (67,3%). Anzumerken ist dabei, dass die weiblichen Teilnehmerinnen mit 76% „grüner“ wählen als die männlichen Teilnehmer mit 60%.

Wahlumfrage

Wahlumfrage

Auch der Bürgermeisterkandidat der Grünen gewinnt bei den Teilnehmer*innen klar mit 58,6%. In ihrem Ausmaß, aber nicht in ihrer Tendenz, übertrifft die Befragung damit die Ergebnisse der tatsächlichen Wahl: 30,3% für die grüne Partei, 28,9% für Herrn Kellner. Dabei wählen die Schüler*innen relativ konsequent „grün“: 83,8% der “Parteiwähler*innen“ geben Herrn Kellner ihre Stimme.

Wahlumfrage

Dass die CDU wohl nicht den richtigen Kandidaten für die eigene Klientel gefunden hatte, zeigt sich sowohl bei der Kommunalwahl als auch bei der Befragung am Martinum. In Emsdetten konnte Herr Ahmann lediglich 15,5% der Bürger*innen für sich gewinnen, bei immerhin noch 27,8% für die CDU. Am Martinum landet die CDU mit 28 Stimmen (12,8%) noch deutlich abgeschlagener auf Platz 2. Hier wünschen sich lediglich 64,3% der „CDU-Wähler*innen“ Herrn Ahmann als Bürgermeister.

Bei den Themenschwerpunkten in der Schülerbefragung lässt sich kein signifikanter Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Teilnehmer*innen feststellen: beide Gruppen wählen Umwelt, Bildung und Freizeit als für sie am wichtigsten aus.

Auffällig ist dabei nur, dass die weiblichen Teilnehmerinnen den Themenschwerpunkt Gesundheit für wichtiger empfinden als den des Verkehrs, während die männlichen Teilnehmer dies andersherum sehen. Von den Wähler*innen, die Oliver Kellner wählen, halten 89,15% den Themenschwerpunkt Umwelt- und Naturschutz und 71,31% den der Bildung für am wichtigsten.

WahlumfrageWahlumfrageWahlumfrage

Im Allgemeinen ist die Auswahl der Teilnehmerinnen mit durchschnittlich 2,7 gewählten Themen breiter gefächert als die der Teilnehmer, deren Durchschnitt an genannten Themenschwerpunkten bei 2,4 liegt.

Wenn man sich den Zusammenhang zwischen der Parteiwahl und der Beeinflussung der Wahlentscheidung anschaut, lässt sich feststellen, dass die Schüler*innen die SPD, die Linken, die Grünen und die FDP besonders wegen eines ansprechendem Wahlprogramms gewählt haben. Dagegen gaben die „Wähler*innen“ der CDU am häufigsten ein positives öffentliches Auftreten als Wahlgrund an und die der UWE artikulierten vor allem, dass sie sich für diese Partei entschieden hätten, da andere Parteien sie noch weniger überzeugen würden. Die Teilnehmer*innen, die „keine dieser Partei“ angaben, sahen dies als einzige für sie sinnvolle Option an. Obwohl die Teilnehmer*innen noch sehr jung waren, hat nur ein sehr geringer Teil angegeben, dass die Meinung ihrer Eltern für sie relevant waren. Insgesamt gibt über die Hälfte der Teilnehmer*innen ein ansprechendes Wahlprogramm als Grund für ihre Wahl an.

Wahlumfrage

Im Allgemeinen behauptet der Großteil der Teilnehmer*innen, sich mit aktueller Politik auseinanderzusetzen. Prozentual gesehen ist der Anteil bei den Schülern größer.

Auseinandersetzung mit aktueller Politik

 

Männlich

Weiblich

Ja

67,4 %

57,4 %

Nein

32,6 %

42,6 %

Bei der Frage, ob die Teilnehmer*innen wählen gehen würden, steigt die Zustimmung mit zunehmendem Alter. 80-85% der Teilnehmer*innen im Alter von 10-14 und 90-95% der 15- bis 17-Jährigen würden wählen gehen. Demnach steigt das Interesse an der Wahl mit zunehmendem Alter. Allerdings ist anzumerken, dass die Teilnahme an der Befragung der verschiedenen Altersklassen stark variieren: Zum Beispiel haben nur vier 18-Jährige teilgenommen. Dadurch relativiert sich Aussage signifikant.

Wahlumfrage

Darüber hinaus wurde abgefragt, ob das Wahlalter gesenkt werden sollte. Hierbei stimmen 30% der Teilnehmer*innen für und 70% gegen die Senkung des Wahlalters. Relevante Unterschiede in Bezug auf das Geschlecht lassen sich nicht feststellen.

Autorinnen: Maya Hoyer, Annika Späth und der Sowi-Zusatzkurs von Herrn Biedermann